Wenger New Ranger 66 – Testbericht von Hendrik S.

Hinweis der Redaktion: Leider wird das Wenger Ranger 66 von Wenger nicht mehr hergestellt. Nachfolger ist das baugleiche Victorinox Sentinel.

Wenger New Ranger 66

Das Wenger New Ranger 66 habe ich mir aus reiner Neugier gekauft. Ich wollte wissen, ob die Qualität von Wenger mit der von Victorinox vergleichbar ist. Die Firma Wenger wurde zwar von Victorinox gekauft, jedoch muss das nichts heißen. Das Messer kam in einer Pappschachtel mit einer mehrsprachigen Bedienungs- und Pflegeanleitung geliefert. Was zu Anfang doch direkt auffällt wenn man das Messer in die Hand nimmt, ist das hohle Geräusch, das von den Kunststoffschalen ausgeht. Dieses Geräusch vermittelt mir persönlich den Eindruck von Minderwertigkeit. Ich weiß jedoch aus Erfahrungsberichten aus   dem Internet, dass dem nicht so ist, also Entwarnung !D er erste optische Eindruck ist jedoch recht positiv. Die Linienführung ist sehr gelungen. Die Klinge ist leicht in Richtung Arbeitsbereich geneigt und führt die Griffform bis zur Spitze hin fort. Wenn man das Messer aufklappt, rastet es sicher mit einem deutlich vernehmbaren Klacken ein. Die Klinge steht auch   fast mittig im Heft, was in diesem Preisbereich nicht selbstverständlich ist. Einen Pluspunkt gibt es hier für die Ergonomie. Der Griff füllt die Hand gut aus und ist im vorderen Bereich mit einer Struktur versehen um die Griffigkeit zu verbesser. Zusätzlich ist auf dem Klingenrücken eine Daumenauflage eingefräst, die durch den Prozess der Klingenpolitur leider einiges an Bissigkeit verloren hat und nur bedingt ein Abrutschen verhindert.Wenger-New-Ranger-66Die Schärfe „out of the box“ ist recht ordentlich und der Anschliff verläuft   symmetrisch. Der Schneidenwinkel beträgt ab Werk ca. 30°(60°), was für meinen Geschmack etwas zu steil aber grundsätzlich vollkommen in Ordnung ist. Die   95mm lange und 2,5mm dicke Klinge ist ab dem Rücken abwärts flach   geschliffen, nutzbar sind hier nur 82mm. Auf den restlichen 13mm läuft die   Klinge wieder zur ursprünglichen Dicke aus was grundsätzlich nicht stört,   jedoch beim Schnitzen nachteilig werden könnte.Wenger_new_ranger_66_GriffMein nächster Blick geht auf die Verriegelung. Das Messer ist grundsätzlich ein sog. Slipjoint-Folder, die Klinge wird durch den Druck der Rückenfeder in   Position gehalten, aber beim New Ranger 66 zusätzlich durch eine Art Liner   Lock gegen einklappen gesichert. Hier muss ich dem Ranger wieder ein Punkt   abziehen, denn der Liner ist ein paar Zehntel zu kurz und liegt auf der   gegenüberliegenden Seite des Hefts an, was zur Folge hat, dass die Klinge ein   leichtes, vertikales Spiel aufweist. Horizontales Spiel gibt es keines. Ich   kenne den SafeLock-Mechanismus zu wenig als das ich sagen kann, dass dies ein   Fehler ist, aber wäre es ein reiner Liner Lock, würde ich es zurück schicken.   Sehr elegant gelöst ist allerdings die Entriegelung, die per Druck auf das Wappen erfolgt. Der Liner wird so zurück gedrückt und gibt die Klinge frei. Da man das Wappen recht tief drücken muss, ist ein versehentliches Entriegeln unwahrscheinlich.Auch wenn dieser Bericht eher einen durchwachsenen Eindruck vermittelt, ist das Wenger New Ranger 66 ein gutes Messer. Es sind eher Kleinigkeiten, die mich stören und manch anderem gar nicht auffallen.  Das Preis-Leistungsverhältnis ist in der Kategorie bis 30€ absolut kein Schlechtes. Die Verarbeitungsqualität kommt sogar fast an die von Victorinox heran, aber eben nur fast. Dafür finde ich das Design von Wenger   ansprechender. Wer ein einfaches und funktionelles Taschenmesser sucht, macht mit dem Wenger New Ranger 66 auf jeden Fall nichts falsch.

Bewertung Wenger New Ranger 66:

Gesamtbewertung: durchschnittlich (3 von 5)

Qualität / Langlebigkeit: durchschnittlich (3 von 5)

Features / Funktionalität: durchschnittlich (3 von 5)

Klingenschärfe: gut (4 von 5)

Griffigkeit: durchschnittlich (3 von 5)

Handhabung: gut (4 von 5)

Preis-Leistungs-Verhältnis: gut (4 von 5)